resitution

resitution von teppichen aus österreichischen bundesmuseen

bevor die österreichische bundesregierung die historikerkommission einsetzte und das restitutionsgesetz beschloß, nach dem heute die bestände der museen hinsichtlich ihrer provinienz untersucht und gegebenenfalls stücke werden müssen, wurde 1996 im MAK eine auktion von restitutionsstücken aus der kartause mauerbach abgehalten,  deren erlös der israelitischen kultusgemeinde zur aufteilung an opfer der shoa übergeben wurde.
diese auktion wurde im nachhinein vielfach kritisiert, weil sie natürlich um jahrzehnte zu spät stattgefunden hat und weil überdies im vorfeld nicht ausreichende anstrengungen unternommen wurden, die tatsächlichen eigentümerInnen der objekte ausfindig zu machen. andererseits war sie doch die erste bemühung österreichs aktiv kunstrestitution zu betreiben.
im MAK finden sich viele schriftstücke, in denen personen ihre ansprüche auf kunstwerke – auch orientteppiche – formulieren. interessant zb niedergeschriebene kindheitserinnerungen und der versuch, diese mit einzelnen stücken in einklang zu bringen, um diese ansprüche zu verifizieren.

ein konkreter, andersgearteter fall sind die stücke aus der rothschild-sammlung, die an die familie rückerstattet wurden, aber mangels eines adäquaten rückkaufsbudgets nicht wieder vom museum erworben werden konnten – zum bedauern beider seiten.

 

in der bildmitte:
seidener rothschildteppich
in der sammlungsaufstellung von dr. völker, 1979
(bild aus der gangart-performance IM NU, 1989)

vgl dazu:
videomitschnitt / führung von dr. karl

und
ausstellung „recollecting. raub und restitution“
(http://www.mak.at/mysql/ausstellungen_show_page.php?a_id=801&lang=de

http://www.mak.at/jetzt/ausstellungen/recollecting.html)

ein beispiel eines MAK teppichs mit offenem restitutionsverfahren:

http://www.kunstrestitution.at/detailsucheausgabe/items/8225.html

 

arisierung von unternehmen der textilindustrie

bis zum „anschluß“ 1938 waren viele österreichische textilunternehmen in jüdischem besitz, sowohl auf allen ebenen der produktion als auch im handel. diese wurden als ein „von juden beherrschte“ industrie von den nationalsozialisten rasch und konsequent enteignet.
vgl. dazu die diplomarbeit von Markus Priller „Arisierungen in der österreichischen Textilindustrie“, 2008 universität wien.

http://othes.univie.ac.at/1577/1/2008-10-07_9340308.pdf