afghan war rugs

zeitgenössische afghanische kriegsteppiche

das seit 1979 auftretende einfliessen von darstellungen von kriegsgerät in traditionelle nomadenteppiche (beluch) wurde durch das interesse und die kaufkraft der sovietischen besatzungtruppen, die solche stücke als kriegssouvenier kauften, befördert. die ornamentale entwicklung ging in diesem genre sehr rasch – innerhalb eines jahrzehnts – von einer naturalistischen darstellung über schrittweise abstraktion bis hin zu einer völligen geometrisierung und auch stereotypisierung der motive vonstatten. verstärkt wurde der prozess auch dadurch, dass ab mitte der 1980er jahre die produktion weitestgehend in den flüchtlingslagern in pakistan erfolgte, und von personen ausgeführt wurde, die nicht unbedingt traditionell teppiche herstellen, sondern dies als eine der wenigen verdienstmöglichkeiten betrieben. vor allem die vertriebskanäle waren von westlichen NGOs eingerichtet worden, und so wurde aus den ursprünglich für eine sovietische kundschaft entstandenen teppichen anti-sovietische propaganda.

nähere infos: text der amerikanischen waffenexpertin tatiana divens in oriental rug review

http://www.rugreview.com/orr/9-2-13.htm

 

 

zwei beispiele:

a / nomadenteppich mit hubschraubern und panzern, vor 1984 – sammlung bucherer-dietschi / bibliotheca afghanica

b / “cartoon”-teppich mit zwei kalashnikovs, um 1990 – privatbesitz wien