Sklaven der Moderne (Arbeitstitel)

Michelle Karussell, Anja Kohlweiss, Florian Nörl, 2012

 

 

Die allgemein bekannten inhumanen Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen  in Teppichmanufakturen (Pakistan/Indien) und ihre abverlangte Ausdauer gar ihr Leben lang für Nahrung an einem einzigen Teppich zu arbeiten, motivierten Michaela Landrichter, Florian Nörl und Anja Kohlweiss  zu  ihrer künstlerischen Arbeit  mit dem Titel „SKLAVEN DER MODERNE“.

In ihrer Videoarbeit  nahmen sie ein mit Honig kontrastreich gedrucktes Orientteppichmuster auf Papier (Siebdruck) zum Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung mit lebenden Ameisen. Ameisen sind allgemein als ArbeiterInnen im Tierreich bekannt, welche in ihrem Staat für die Pflege der Brut, die Nahrungsbeschaffung und den Bau des Nestes ständig im Einsatz sind. Ihre Wege und Arbeitsamkeit hat schon viele KünstlerInnen dazu inspiriert sie als Zeichen für permanenten Datenfluß (Vgl. Peter Kogler) und effizienter Arbeitsteilung in ihren Arbeiten zu erwählen.

Nach vielen mühseligen Anläufen und unzähligen Expertisen platzierten die KünstlerInnen  ihre bedruckte Vorlage neben einer bereits bestehenden Ameisenstrasse und kamen in ihrer Videodokumentation zu dem gewünschten Ergebnis:
Auf einem weißen Untergrund, auf dem vorerst nichts sichtbar ist, formen Ameisen die Struktur eines Orientteppichs nach.

Während der Präsentation wurde die Videoarbeit  von der Decke in die Mitte einer Sofalandschaft projieziert und nahm die Größe des zur Vorlage erwählten, echten Orientteppiches ein. In einer heimeligen Atmosphäre entstand somit ein projiezierter  Ameisenteppich mit „unheimeligen“ Komponenten, welcher anwesende Kinder und Gäste anzog. Die Frage ist, welche Arbeits-Zusammenhänge  sich wohl hinter unseren alltäglichen Gebrauchsgegenständen, wie dem Teppich, zu Hause verbergen?

 

Videoprojektion
 
 
 
 
 video-ausschnitt
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