intro

The Rug Plot befaßt sich mit dem Teppich als funktionalem Gegenstand (mobile Architektur), als Träger von Information und Narrativen, und als Ware, die produziert, vertrieben, gesammelt, genutzt wird. Die beteiligten KünstlerInnen entwickeln ihre Arbeiten aus der Interferenz kritischer Recherchen zu zwei Bezugsfeldern: einerseits institutionellen und privaten Textilsammlungen aus dem Bereich “Orient”, und andererseits historischen und aktuellen Positionen der Kunst und Theorie, welche Aspekte textiler Produktion reflektieren.

Dieses Kooperationsprojekt der Kunstuniversität Linz / Abteilung textil•kunst•design und der Akademie der Bildenden Künste Wien / Abteilung Moden&Styles schlägt den “Orientteppich” als ein Handlungsfeld für künstlerische Auseinandersetzung vor, in dem sich AkteurInnen und Objekte in Praxen räumlicher Aneignung strukturell organisieren. Im Zentrum von The Rug Plot steht die Auseinandersetzung mit dem Teppich als symbolisches Bezugssystem von Erzählungen, sowie seine Zugehörigkeiten und Neudefinitionen in Sammlungen als zeitgenössischer Forschungsschwerpunkt.
Das Projekt fokussiert auf die Recherche am Material selbst, wodurch Potentiale freigelegt und Deutungsmuster aus Sammlungen mit neuen Inhalten und Erzählungen versehen werden. Die Recherche zu den historischen Orientteppichen des MAK als auch Objekten aus privaten Sammlungen in Wien und Oberösterreich erfolgte vor Ort, indem die KünstlerInnen spezifische Strukturelemente und Sammlungssegmente untersuchten und diese unter Verwendung von Dokumentationsmitteln, wie z.B. Fotografie, Zeichnung, Schrift, etc., in individuelle Ordnungen überführten. Die Wechselbeziehung zwischen den untersuchten Sammlungszusammenhängen und – in einer parallelen Vermittlungsebene diskutierten – zeitgenössischen künstlerischen Positionen, welche unterschiedliche Kontexte der Textilproduktion und -rezeption befragen, fungierte als Katalysator im Prozess der weiteren Projektkonzeption.

Für die Entwicklung ihrer künstlerischen Arbeiten in einem konkreten Ausstellungszusammenhang, die von den Beteiligten beider Kunstuniversitäten in kooperierenden Teams durchgeführt wurde, stand allen Teilnehmenden ein externer Arbeitsraum zur Verfügung, welcher nun im Anschluss auch der Ort der öffentlichen Präsentation ist.