Third Space

19. November 2014

Henri Lefebvre: The Production of Space

Historical notions of space are analysed on three axes. These three aspects are explained in different ways by Lefebvre. Simplified for the purpose of introducing them, we might say the ‚perceived space‘ (‚le percu‚) of everyday social life and commonsensical perception blends popular action and outlook but is often ignored in the professional, and theoretical ‚conceived space‘ (‚le concu‚) of cartographers, urban planners or property speculators. Nonetheless, the person who is fully human (l’homme totale) also dwells in a ‚lived space‘ (‚le vecu‚) of the imagination which has been kept alive and accessible by the arts and literature. This ‚third‘ space not only transcends but has the power to refigure the balance of popular ‚perceived space‘ and official ‚conceived space‘. Lefebvre cites Dada, the work of the surrealists, and particularly the works of Rene Magritte as examples challenging taken-for-granted understandings and practices of space.

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In seinem Buch Die Produktion des Raums (1974) definiert der Philosoph und Soziologe Henri Lefebvre den Raum als sozial konstruiert. Seine Raumtheorien, insbes. der Begriff des „dritten Raums“ (s.o.) wird in Folge von  Geographen wie David Harvey und Edward Soja aufgegriffen. Kritische Weiterführungen dieser theoretischen Positionen kommen zB von Martina Löw
(gegen die generalisierende Tendenz solcher Raumkonzepte) oder Doreen Massey (aus postkolonialer Perspektive, zB die Verschiebung des Anderen, räumlich Distanten in die Vergangenheit,
die als niedrige Entwicklungsstufe konnotiert ist: „… wie im finsteren Mittelalter“).

 

 

Afghanische Kriegteppiche

das seit 1979 auftretende einfliessen von darstellungen von kriegsgerät in traditionelle nomadenteppiche (beluch) wurde durch das interesse und die kaufkraft der sovietischen besatzungtruppen, die solche stücke als kriegssouvenier kauften, befördert. die ornamentale entwicklung ging in diesem genre sehr rasch – innerhalb eines jahrzehnts – von einer naturalistischen darstellung über schrittweise abstraktion bis hin zu einer völligen geometrisierung und auch stereotypisierung der motive vonstatten. verstärkt wurde der prozess auch dadurch, dass ab mitte der 1980er jahre die produktion weitestgehend in den flüchtlingslagern in pakistan erfolgte, und von personen ausgeführt wurde, die nicht unbedingt traditionell teppiche herstellen, sondern dies als eine der wenigen verdienstmöglichkeiten betrieben. vor allem die vertriebskanäle waren von westlichen NGOs eingerichtet worden, und so wurde aus den ursprünglich für eine sovietische kundschaft entstandenen teppichen anti-sovietische propaganda.

 

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