Spiegel

19. November 2014

Diese beiden unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Gruppen an Räumen [Utopien und Heterotopien / Anm.] finden ihre Verbindung im Virtuellen. Für Foucault kann der virtuelle Raum als Verbindungsglied der beiden reflexiven Raumgruppen durch den Spiegel – symbolisierend – hergestellt werden. Der Spiegel symbolisiert sowohl das irreale Utopische wiewohl zugleich auch das Reale Heterotopische in der Existenz des materiellen Spiegels (als Metapher) an sich. „Der Spiegel funktioniert als Heterotopie, weil er den Ort, an dem ich bin, während ich mich im Spiegel betrachte, absolut real in Verbindung mit dem gesamten umgebenden Raum und zugleich absolut irreal wiedergibt, weil dieser Ort nur über den virtuellen Punkt jenseits des Spiegels wahrgenommen werden kann“.

Quelle: Christian Neugebaier, auf http://www.european-spaces.eu/

 

Michelangelo Pistoletto hat seit den 1960er Jahren immer wieder den Spiegel in diesem Foucaultschen Sinne zum Gegenstand seiner Arbeit gemacht: Spiegel, die gegeneinander gerichtet den Raum zwischen ihnen ins Unendliche vervielfältigen, Siebdrucke von lebensgroßen Figuren auf Spiegeln, in denen das Bild den Betrachters auf die Darstellungen trifft, oder – komplexer – von Raumfragmenten von Heterotopien wie zB die Vergitterungen von Irrenanstalten und Gefängnissen, die ebenfalls konkrete Forschungsgegenstände in Foucaults Werk sind.

 

 

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