SMS NOVARA | seekrieg, forschungsreisen, warenzirkulation und kreuzfahrten

 

 

Novara zur Zeit der Weltumsegelung, Längsschnitt

Seeschlacht bei Lissa 1866

Maximilians Arbeitszimmer in Miramare

SMS Novara

Die SMS Novara war eine österreichische Fregatte, die aufgrund ihrer Weltumsegelung (1857–1859) international Berühmtheit erlangte. Erbaut 1850 in der Werft des Arsenale Venedig, wurde das Schiff  im Laufe seiner Dienstzeit zweimal umgebaut, wobei der von 1860 bis 1862 in der Werft San Rocco / Triest durchgeführte zweite Umbau sehr umfangreich war. Das Schiff nahm an der Seeschlacht bei Lissa teil und wurde sowohl bei Reise von Maximilian, dem Bruder von Kaiser Franz Josef, zu seinem Amtsantritt als Kaiser von Mexiko als auch zum Rücktransport seiner Leiche nach seiner Hinrichtung eingesetzt.

In diesem Zusammenhang werden zB architektonische Parallelen zwischen dem Nationalpalast in Mexiko, dem Arsenal in Wien, dem Schloss Miramare in Triest und Maximilians Kajüte auf der Novara, oder der koloniale Impetus von Projekten wie der Weltumsegelung mit der Novara und die Rolle von Künstlern darin besprochen.

ein Garten [zum Beispiel] / Ingeborg Strobl / Novaragasse, 1020 Wien

künstlerische Beiträge

Ein Garten, zum Beispiel
> Besichtigung der Arbeit / Kunst am Bau, U2-Station Novaragasse, 1020 Wien, und anschließendes Künstlerinnengespräch mit Ingeborg Strobl

Die Arbeit auf der Seite von Koer / Kunst im öffentlichen Raum, Wien [link]
Download der Broschure, in der auch explitzit auf die stadträumliche Entwicklung der Novaragasse / vormals Gärtnergasse, aber auch auf die Novara-Expedition (1857-59) eingegangen wird. [pdf]

 

Vienna Zocalo. Critical Crafting as a (post)colonial Strategy
[Download] der Publikation
Khadija Carroll La, Lisbeth Freiß, Elke Gaugele, Sabina Muriale and Ruby Sircar (Ed.) Vienna: Academy of Fine Arts, Dept. Fashion&Styles 2012

Gemälde im Palazzo Revoltella / Trieste

Suez

Ebenfalls von Triest ausgehend, war die substanzielle Beteiligung an der Planung und am Bau des Suezkanals ein österreichisches Kolonial-Projekt, das zwar nicht über die direkte Ausbeutung afrikanischer oder asiatischer Regionen operierte, aber durch die Errichtung einer Infrastruktur an den Kolonien anderer europäischer Länder geschäftlich partizipieren wollte. Der nach Plänen von Alois Negrelli, einem österreichischen Verkehrsplaner, umgesetzte, von der Compagnie universelle du canal maritime de Suez, dessen Vizepräsident der Triestiner Geschäftsmann Pasquale Revoltella war, finanzierte und unter Mitwirkung vieler Arbeitsmigranten aus der Monarchie errichtete Kanal kürzte für die Mittelmeer-Anrainerstaaten den Weg in die asiatischen Kolonialgebiete wesentlich ab und verschaffte ihnen so einen Wettbewebsvorteil gegenüber zB Großbritannien und Deutschland. Österreich und sein Handelshafen Triest waren die größten Nutznießer.

Derzeit baut Ägypten den Kanal in großem Umfang aus. Dabei wird sowohl die derzeitige Fahrrinne beträchtlich erweitert als auch eine weitgehend parallel geführte zweite Fahrrinne gegraben, um den Schiffsverkehr in beide Richtungen gleichzeitig zu ermöglichen. Gegen die Maßnahmen in der dz in Arbeit befindlichen Form existieren schwerste Bedenken – vor allem aus Gründen des Umweltschutzes, weil sie die Migration von Meerespopulationen aus dem Roten Meer ins Mittelmeer begünstigen, die vielfach unerwünschte Auswirkungen hat.

2922 Days / Uriel Orlow
In Folge des 6-Tage-Krieges war der Suezkanal für acht Jahre gesperrt. Die 14 Schiffe, die sich zu dem Zeitpunkt gerade auf der Durchfahrt befunden hatten, konnten den Kanal nicht verlassen. [Uriel Orlow] verknüpft in seiner Arbeit [2922 Days] politische und kulturelle Ereignisse in diesem Zeitraum mit Dokumenten des sozialen Lebens, das sich zwischen den Mannschaften der eingekesselten Schiffe entwickelte.
 

Fincantieri

Monfalcone, der Standort von Mautners Cotonificio Triestino, ist heute wegen seiner sehr großen Werft von Bedeutung, wo – meist von einer zugewanderten Arbeiterschaft – große Kreuzfahrtsschiffe gefertigt werden. Die Arbeit “Helsinki Shipyard / Port San Juan” der finnischen Künstlerin Laura Horelli betrachtet Arbeitsabläufe um solche Schiffe in ihrer Herstellung und im Betrieb.

Helsinki Shipyard /

/ Port San Juan